Amt Warnow West
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Ausgabe Nr.09 / 08.05.2006

Gemeinde Lambrechtshagen: Hauptsatzung

HAUPTSATZUNG
der Gemeinde Lambrechtshagen

in der Fassung vom 18.04.2006


Die Neufassung berücksichtigt die

Erste Satzung zur Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde Lambrechtshagen
vom 18.04.06, veröffentlicht im Amtsblatt der Gemeinden des Amtes Warnow West „Der Landbote“ Nr. 09/14. Jahrgang vom 08.05.2006

Auf der Grundlage des § 5 der Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommern (KV M-V) wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom 15.03.2006
und dem Abschluss des Anzeigeverfahrens bei der Rechtsaufsichtsbehörde die Hauptsatzung
der Gemeinde Lambrechtshagen in der gültigen Fassung neu herausgegeben.

§ 1
Name/Wappen/Dienstsiegel

(1) Die Gemeinde Lambrechtshagen führt ein Wappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel.

(2) Das Wappen zeigt in Blau einen goldenen Wellenschrägfaden begleitet beiderseits von je einer ausgerissenen goldenen Kopfweide.

(3) Die Flagge ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Blau, Gelb und Blau gestreift. Die blauen Streifen nehmen je ein Viertel, der gelbe Streifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des gelben Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3 zu 5.

(4) Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift
GEMEINDE LAMBRECHTSHAGEN  LANDKREIS BAD DOBERAN .

(5) Die Verwendung des Wappens durch Dritte bedarf der Genehmigung des Bürgermeisters. Ordnungswidrig im Sinne des § 5 Abs. 3 der KV M-V handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
unbefugt das Wappen der Gemeinde benutzt. Diesem Wappen stehen solche Abbildungen
gleich, die ihm zum Verwechseln ähnlich sind.

(6) Die Gemeinde besteht aus den Orten Lambrechtshagen, Sievershagen, Vorweden-Mönkweden, Allershagen. Es werden keine Ortsteilvertretungen gebildet.

§ 2
Rechte der Einwohner

(1) Der Bürgermeister kann aufgrund von überragend wichtigen Vorhaben oder Vorkommnissen eine Versammlung der Einwohner der Gemeinde einberufen. Die Einwohnerversammlung kann auch begrenzt auf Orte durchgeführt werden.

(2) Anregungen und Vorschläge der Einwohnerversammlung in Selbstverwaltungsangelegen-
heiten, die in der Gemeindevertretung behandelt werden müssen, sollen dieser in einer ange-
messenen Frist zur Beratung vorgelegt werden.

(3) Die Einwohner erhalten die Möglichkeit, in einer Fragestunde vor Beginn des öffentlichen
Teils der Gemeindevertretersitzung Fragen zu Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft
an alle Mitglieder der Gemeindevertretung sowie den Bürgermeister zu stellen und Vorschlä-
ge oder Anregungen zu unterbreiten.
Die Fragen, Vorschläge und Anregungen dürfen sich dabei nicht auf Beratungsgegenstände
der nachfolgenden Sitzung der Gemeindevertretung beziehen.
Für die Fragestunde ist eine Zeit bis zu 30 Minuten vorzusehen. Eine Aussprache findet
nicht statt.

(4) Der Bürgermeister ist verpflichtet, im öffentlichen Teil der Sitzung der Gemeindevertre-
tung über wichtige Gemeindeangelegenheiten zu berichten.

§ 3
Gemeindevertretung

(1) Die Gemeindevertretersitzungen sind öffentlich.

(2) Die Öffentlichkeit ist grundsätzlich in folgenden Fällen ausgeschlossen:
1. einzelne Personalangelegenheiten, außer Wahlen
2. Steuer- und Abgabenangelegenheiten Einzelner
3. Grundstücksgeschäfte
Die Gemeindevertretung kann im Einzelfall, sofern rechtliche Gründe nicht entgegenstehen,
Angelegenheiten der Ziffern 1 - 3 in öffentlicher Sitzung behandeln.

(3) Anfragen von Gemeindevertretern sollen spätestens fünf Arbeitstage vor der Gemeinde-
vertretersitzung beim Bürgermeister eingereicht werden.
Mündliche Anfragen während der Gemeindevertretersitzung sollen, sofern sie nicht in der
Sitzung selbst beantwortet werden, spätestens innerhalb von vierzehn Tagen schriftlich
beantwortet werden.

§ 4
Hauptausschuss

(1) Die Gemeindevertretung bildet einen Hauptausschuss nach § 35 KV M-V. Dem Haupt-
ausschuss gehören der Bürgermeister und 5 Gemeindevertreter an.
Die Gemeindevertretung wählt zu jedem dieser 5 Mitglieder des Hauptausschusses einen
Stellvertreter.

(2) Außer den ihm gesetzlich übertragenen Aufgaben obliegen dem Hauptausschuss alle Entscheidungen, die nicht nach § 22 Abs. 3 KV M-V als wichtige Angelegenheiten der Gemeindevertretung vorbehalten sind bzw. durch die folgenden Vorschriften dem Bürgermeister übertragen werden. Davon unberührt bleiben die dem Bürgermeister gesetzlich übertragenen Aufgaben.

(3) Der Hauptausschuss trifft Entscheidungen nach § 22 Abs. 4 KV M-V über:


1. die Genehmigung von Verträgen der Gemeinde mit Mitgliedern der Gemeindevertretung und der Ausschüsse – gleiches gilt entsprechend für Verträge mit natürlichen oder juristischen Personen oder Vereinigungen, die durch die genannten Personen vertreten werden -,
- die auf einmalige Leistungen gerichtet sind innerhalb der Wertgrenzen von 5 000 EURO bis 25 000 EURO;
- bei wiederkehrenden Leistungen in den Wertgrenzen von 2 500 EURO bis
5 000 EURO pro Monat;

2. die Zustimmung zu über- und außerplanmäßigen Ausgaben,
- bei überplanmäßigen Ausgaben und bei außerplanmäßigen Ausgaben je Ausgabefall innerhalb der Wertgrenzen von 5 000 EURO bis 25 000 EURO;

3. die Verfügung über Gemeindevermögen über
- die Aufnahme von Krediten durch die Gemeinde im Rahmen des Haushaltsplanes ab 1 000 000 EURO;

(4) Weiterhin werden dem Hauptausschuss folgende Entscheidungen übertragen:
- der Abschluss von Miet- und Pachtverträgen ab 6 000 EURO Jahresbetrag sowie der Abschluss von Pachtverträgen zum Zwecke landwirtschaftlicher Nutzung.

(5) Dem Hauptausschuss werden die Befugnisse der obersten Dienstbehörde gemäß § 22
Abs. 5 Satz 2 KV M-V übertragen für
- Angestellte ab Vergütungsgruppe Vb BAT-O und Arbeiter ab Lohngruppe 4
BMT-G-O.

(6) Die Gemeindevertretung ist laufend über die Entscheidungen der Abs. 3 bis 5 zu
unterrichten.

(7) Die Sitzungen des Hauptausschusses sind nicht öffentlich.

§ 5
Ausschüsse

(1) Auf der Grundlage des § 36 KV M-V werden folgende Ausschüsse gebildet:

Name Aufgabengebiet Zusammensetzung

Ausschuss für Ge- F-Planung, Bauleitplanung, Wirtschafts- 4 Gemeindevertreter
meindeentwicklung, förderung, Hoch- und Tiefbau, Straßen- 3 sachkundige Einwohner
Bau, Verkehr und angelegenheiten, Umwelt und Natur,
Umwelt Landschaftsschutz, Kleingartenanlagen,
Ordnung, Sicherheit und Brandschutz

Ausschuss für Betreuung der Vorschul- und Schulein- 4 Gemeindevertreter
Schule, Jugend, Kul- richtungen, Kulturförderung, Sportent- 3 sachkundige Einwohner
tur,Sport und Soziales wicklung, Jugendförderung, Fremden-
verkehr, Sozialwesen, Seniorenbetreuung

Finanzausschuss Finanz- und Haushaltswesen, 3 Gemeindevertreter
Steuern, Gebühren, Beiträge, sonstige 2 sachkundiger Einwohner
Abgaben

Für die Mitglieder der Ausschüsse werden keine Stellvertreter gewählt.

(2) Die Sitzungen der Ausschüsse sind nicht öffentlich.

§ 6
Bürgermeister

(1)Außer den ihm gesetzlich übertragenen Aufgaben obliegen dem Bürgermeister Entschei- dungen, die ihm durch die folgenden Vorschriften übertragen werden.
Davon unberührt bleiben Entscheidungen, die den laufenden Betrieb der Verwaltung
aufrecht erhalten und als solche nach § 127 Abs. 1 Satz 2 KV M-V als Angelegenheiten
der laufenden Verwaltung der Gemeinde dem Amt Warnow West vorbehalten sind.

(2) Der Bürgermeister trifft Entscheidungen nach § 22 Abs. 4 KV M-V über:
1. die Genehmigung von Verträgen der Gemeinde mit Mitgliedern der
Gemeindevertretung und der Ausschüsse – gleiches gilt entsprechend für Verträge
mit natürlichen oder juristischen Personen oder Vereinigungen, die durch die
genannten Personen vertreten werden -,
- die auf einmalige Leistungen gerichtet sind unterhalb der Wertgrenze von
5 000 EURO;
- bei wiederkehrenden Leistungen unterhalb der Wertgrenze von 2 500 EURO pro Monat;

2. die Zustimmung zu über- und außerplanmäßigen Ausgaben,
- bei überplanmäßigen Ausgaben und bei außerplanmäßigen Ausgaben je Ausgabefall unterhalb der Wertgrenze von 5 000 EURO;

3. die Verfügung über Gemeindevermögen über
- die Aufnahme von Krediten durch die Gemeinde im Rahmen des Haushaltsplanes unterhalb der Wertgrenze von 1 000 000 EURO;
- die Vergabe von Leistungen nach der VOL (Verdingungsordnung für Leistungen), die Vergabe von Bauleistungen nach der VOB (Verdingungsordnung für Bauleistungen) und die Vergabe von freiberuflichen Leistungen nach der VOF, wie Architekten- und Ingenieurleistungen, Gutachtertätigkeit, Studien u.ä..

(3) Weiterhin werden dem Bürgermeister folgende Entscheidungen übertragen:
1. der Abschluss von Miet- und Pachtverträgen unterhalb der Wertgrenze von
6 000 EURO Jahresbetrag;
2. die Stundung, die Niederschlagung und der Erlass von Forderungen.

(4) Dem Bürgermeister werden die Befugnisse der obersten Dienstbehörde gemäß § 22
Abs. 5 Satz 2 KV M-V übertragen, für
- Angestellte bis zur Vergütungsgruppe Vc BAT-O und Arbeiter bis zur Lohngruppe 4 BMT-G-O.

(5) Der Bürgermeister ist zuständig, wenn das Vorkaufsrecht der Gemeinde (§§ 24 ff. BauGB)
nicht ausgeübt werden soll.
Sofern von dem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht wird, obliegt die Entscheidung der Ge-
meindevertretung.

(6) Der Bürgermeister entscheidet über
1. das Einvernehmen nach §14 Abs. 2 BauGB (Ausnahme von der
Veränderungssperre);
2. die Erteilung des Einvernehmens der Gemeinde nach § 36 BauGB über die Zulässigkeit
von Vorhaben während der Planaufstellung (§ 33 BauGB);
3. die Erteilung des Einvernehmens der Gemeinde nach § 36 BauGB zu Ausnahmen
und Befreiungen von den Festsetzungen eines B-Planes (§ 31 Abs. 1 und 2 BauGB);
4. die Erteilung des Einvernehmens der Gemeinde nach § 36 BauGB über die Zulässigkeit
von Vorhaben im Innen- und Außenbereich (§§ 34 und 35 BauGB);
5. die Anordnung von Maßnahmen nach § 176 Abs. 1 BauGB (Baugebot), § 177 Abs.
1 BauGB (Modernisierungs- oder Instandsetzungsgebot), § 178 BauGB
(Pflanzgebot), § 179 Abs. 1 BauGB (Rückbau- oder Entsiegelungsgebot).

Zu den Entscheidungen nach den Ziffern 1 und 2 soll der Bürgermeister die Stellungnahme des Bauausschusses einholen.
Bei den Entscheidungen nach den Ziffern 1 bis 5 unterrichtet der Bürgermeister unverzüglich die Gemeindevertretung, sobald sich herausstellt, dass das geplante Vorhaben von herausragender Bedeutung für die geordnete städtebauliche- oder wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde ist. In diesen Fällen entscheidet die Gemeindevertretung über die Einvernehmenserteilung.

(7) Erklärungen, durch die die Gemeinde verpflichtet werden soll oder mit denen ein Bevollmächtigter bestellt wird,
- bis zu einer Wertgrenze von 10 000 EURO bzw.
- bei wiederkehrenden Verpflichtungen bis zu einer Wertgrenze von 2 500 EURO pro Leistungsrate können vom Bürgermeister allein oder bzw. durch einen von ihm beauftragten Bediensteten des Amtes Warnow West in einfacher Schriftform ausgefertigt werden.
Bei Erklärungen gegenüber einem Gericht liegt diese Wertgrenze bei 25 000 EURO.

(8) Die Gemeindevertretung ist laufend über die Entscheidungen der Absätze 2 bis 6 zu unter-
richten.

§ 7
Entschädigung

(1) Die Mitglieder der Gemeindevertretung erhalten für die Teilnahme an Sitzungen
- der Gemeindevertretung
- der Ausschüsse
- der Fraktionen
eine pauschalierte sitzungsbezogene Aufwandsentschädigung (Sitzungsgeld) in Höhe von 30,00 EURO.

(2) Ausschussvorsitzende oder bei deren Verhinderung deren Stellvertreter erhalten für jede von ihnen geleitete Sitzung ein Sitzungsgeld in Höhe von 60,00 EURO.

(3) Fraktionsvorsitzende erhalten eine funktionsbezogene Aufwandsentschädigung in Höhe von 100,00 EURO monatlich.

(4) Der Bürgermeister erhält für seine ehrenamtliche Tätigkeit eine funktionsbezogene Aufwandsentschädigung in Höhe von 1150,00 EURO monatlich.

(5) Die stellvertretenden Bürgermeister erhalten bei Verhinderung des Bürgermeisters den für diesen Zeitraum anfallenden Teil der Entschädigung des Bürgermeisters.
Die Vertretung muss jedoch mindestens zusammenhängend 4 Wochen betragen.

(6) Die Gemeinde gewährt für die ehrenamtliche Tätigkeit der gewählten sachkundigen Ein-
wohner ein Sitzungsgeld nach Abs. 1 für die Teilnahme an den Ausschusssitzungen und für die Teilnahme an Fraktionssitzungen, die der Vorbereitung von Ausschusssitzungen dienen.

(7) Vergütungen, Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen aus einer Tätigkeit als Vertreter der Gemeinde in der Gesellschafterversammlung oder ähnlichen Organen eines Unternehmens oder Einrichtung des privaten Rechts ist an die Gemeinde abzuführen, soweit sie 100 EURO überschreiten, aus einer Tätigkeit im Aufsichtsrat solcher Unternehmen oder Einrichtungen, soweit sie 250 EURO, bei deren Vorsitzenden und Vorständen bzw. Geschäftsführern 500 EURO überschreiten.

§ 8
Öffentliche Bekanntmachungen

(1) Öffentliche Bekanntmachungen der Gemeinde erfolgen durch Abdruck im Amtlichen Bekanntmachungsblatt des Amtes Warnow West mit den Gemeinden Elmenhorst/Lichtenhagen, Kritzmow, Lambrechtshagen, Papendorf, Pölchow, Stäbelow und Ziesendorf "Der Landbote".

(2) Das Amtliche Bekanntmachungsblatt „Der Landbote“ erscheint 14-täglich und wird in alle Haushalte der Gemeinde geliefert.
Darüber hinaus ist es einzeln oder im Abonnement über das Amt Warnow West - Allgemeine Verwaltung - zu beziehen.
Die Bekanntmachung und Verkündung ist bewirkt mit Ablauf des Erscheinungstages.
Ab dem 01.01.2007 erscheint das Amtliche Bekanntmachungsblatt monatlich.

(3) Auf die gesetzlich vorgeschriebene Auslegung von Plänen und Verzeichnissen ist in der
Form des Abs. 1 hinzuweisen. Die Auslegungsfrist beträgt einen Monat, soweit nicht gesetz-
lich etwas anderes bestimmt ist.
Beginn und Ende der Auslegung sind auf dem ausgelegten Exemplar mit Unterschrift und
Dienstsiegel zu vermerken.

(4) Ist die öffentliche Bekanntmachung in der durch Absatz 1 festgelegten Form infolge
höherer Gewalt nicht möglich, so erfolgt die Bekanntmachung durch Aushang an der
Bekanntmachungstafel am Gemeindezentrum, Allershäger Straße 1a in
Lambrechtshagen. Die Aushangfrist beträgt 14 Tage, soweit gesetzlich nicht etwas
anderes vorgeschrieben ist.
Die öffentliche Bekanntmachung in der vorgeschriebenen Form ist nach Entfallen
des Hinderungsgrundes unverzüglich nachzuholen.

(5) Einladungen zu den Sitzungen der Gemeindevertretung werden durch Aushang an
der Bekanntmachungstafel am Gemeindezentrum, Allershäger Straße 1a in
Lambrechtshagen, öffentlich bekannt gemacht.

§ 9
In-Kraft-Treten